Unsere Bienen sind gut durch den vergleichsweise milden und schneearmen Winter gekommen. Mit den ersten warmen Tagen des Frühlings haben die Bienen ihre Wintertraube aufgelöst und mit ihren Reinigungs- und Orientierungsflügen begonnen. Wie auch wir Menschen unseren sogenannten Frühjahrsputz haben, um Haus und Hof wieder zum glänzen zu bringen, nutzen Bienen die ersten warmen Tage im Frühjahr, ab zirka 12 Grad Celsius, um den Bienenstock von toten Bienen und Wintergemüll, wie Wachsdeckelresten, zu befreien. Die Bienen suchen die ersten Pollen und Wasserquellen in ihrer Umgebung, um die Vorräte wieder aufzufüllen. Als erste Nahrungsquellen blühen im Frühjahr die Hasel, aber auch Weiden und Krokusse werden von den Bienen angeflogen und bieten Nektar und Pollen.

Biene mit Pollenhöschen beim Sammeln
Im Frühjahr wächst das Bienenvolk wieder an, allmählich sterben die langlebigen Winterbienen aus und weichen den kurzlebigen Sommerbienen. Die Königin erhöht ihren Eierlegerythmus und die ersten Drohnenzellen werden gebaut.

Erster Drohnenwabenbau (männliche Bienen); im unteren Teil Bienen in der Bautraube
Auf der Ostalb in Bartholomä wird in diesem Frühjahr eine weitere Blühfläche eingesät. Die eingesäte 5-jährige Honigpflanzenmischung besteht unter anderem aus alten Heilpflanzen wie der Wilden Malve, dem Echten Johanniskraut und der Kornblume. Diese Pflanzenmischung bietet vor allem Wildbienen, aber auch Hummeln, Käfern, Wanzen, Raupen und Schmetterlingen vielfältige Nahrungsquellen und einen Platz zum Überwintern.
In diesem Jahr dürfen sich die Streuobstwiesen in Bartholomä über neue Nachbarn und eine schützende Hecke freuen. Diese Hecke spielt eine entscheidende Rolle für die Förderung einer gesunden Biodiversität und bietet Vögeln, Bodenbrütern und Insekten ein wertvolles Zuhause.Zudem werden vier Bienenvölker direkt in die Streuobstwiese integriert, um die wichtige Aufgabe der Bestäubung zu übernehmen. Die Obstbäume haben sich prächtig entwickelt und tragen bereits zahlreiche vielversprechende Knospen. Durch die fleißige Bestäubungsarbeit der Bienen können in diesem Herbst hoffentlich viele leckere Früchte geerntet werden.

Die ersten Apfelknospen
Unsere Blühfläche im Nördlinger Ries erstrahlt schon in einem saftigen grün. Im letzten Spätsommer wurde hier die Mischung aus Getreide und Kornblumen geerntet und die Samen der Kornblumen erneut ausgebracht. Damit die Kornblume honigt, muss sie, wie der Raps, bereits im Herbst ausgesät werden. Die Kornblume verfügt über Nektardrüsen an ihrem Stängel, aus denen Nektar austritt, der Insekten, zum Beispiel Ameisen, als Nahrungsquelle dient. Jetzt im Frühjahr sieht man, dass die Samen gut angegangen sind und wir uns auf die blaue Blütenpracht der Königin der Trachtpflanzen freuen können.
Die Augsburger Blühfläche wurde auch in diesem Frühjahr wieder neu eingesät. Hier brauchen wir noch etwas Geduld, aber wir freuen uns schon auf den Sommer, wenn unsere Blühfläche in voller Pracht blüht und wieder von zahlreichen Bienen und anderen Insekten besucht wird.
Aktuell erleben wir, auch an einem unsere Bienenstände, die radikalen Aufräum- und Rückschnittarbeiten im Rahmen des Naturschutzes. Bewachsene Flächen werden dem Erdboden gleich gemacht, Ameisenhaufen zerstört und Hecken stark abgeschnitten. Diese Maßnahmen führen dazu, dass Insekten wertvolle Nahrungsquellen und Lebensräume verloren gehen. Unser Blühprojekt ist jetzt wichtiger denn je, da es gezielt darauf ausgerichtet ist, Lebensräume für Insekten zu schaffen und ihre Nahrungsgrundlage zu sichern. Vor allem durch unsere mehrjährigen Blühflächen, bieten wir Insekten ganzjährig Nahrungsquellen und Lebensräume, denn zum Beispiel in abgestorbenen Pflanzenstängeln überwintern Insekten oder ihre Eier. So tragen wir aktiv dazu bei, die Artenvielfalt zu unterstützen und ein gesundes Ökosystem zu erhalten.

Abgestorbene Pflanzen bieten ideale Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten


