LET IT BEE Sommer 2025 – Es wird farbenfroh!

Der Frühling und Frühsommer haben unsere Blühflächen in ein farbenfrohes, lebendiges Paradies verwandelt. Schon Anfang April begannen die ersten heimischen Wildpflanzen auszutreiben und mit dem Mai kam die volle Kraft des Frühlings. Durch den ausreichenden Regen und die angenehmen Temperaturen erblühte die Fläche in bunter Vielfalt. Im Juni erreichten unsere Blühflächen dann ihren Höhepunkt – es ist der artenreichste Monat des Jahres. Vor allem die Echte Kamille, der Gewöhnliche Natternkopf und der Klatschmohn lockten nicht nur Bestäuber an, sondern wurden auch von vielen Spaziergängern mit Freude wahrgenommen.

(Blühfläche in Bartholomä)

Bei uns in Bartholomä ist die neu eingesäte Fläche gut angewachsen, über der Blühfläche liegt ein ständiges Summen: Hummeln, Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge finden hier reichlich Nahrung und Lebensraum.

Auch im Nördlinger Ries blühen die Kornfelder in einem schönen Kornblumenblau. Die lang-blühende und nektarreiche Blume hilft den Insekten über den Sommer. Die Vier Hektar im Raum Augsburg stehen ebenfalls in voller Blütenpracht.

(Blühfläche im Nördlinger Ries)

(Blühfläche im Raum Augsburg)

Mit unserem Projekt können wir in drei verschiedenen Regionen Deutschlands für Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten sorgen. Davon sollte es noch viel mehr geben. Denn während ringsum viele Wiesen gemäht werden, um Heu für das Vieh zu gewinnen, dürfen unsere Flächen stehenbleiben. Das sichert die Versorgung der Insekten in einer Zeit, in der es sonst für sie oft knapp wird. Denn jetzt, da Raps und Obstbäume verblüht sind, Mais und Getreide für sie keine Nahrung bieten und auch die meisten Wiesen gemäht wurden, stehen unsere Blühflächen fast allein auf weiter Flur. Früher waren Felder durchzogen von Blumen wie Klatschmohn und Kornblumen, doch auf den heutigen Monokulturflächen unserer Landwirtschaft ist davon kaum etwas geblieben.

Hinzu kommt: Viele Bauern mulchen oder mähen auch die schmalen Wiesenstreifen an ihren Feldrändern. Dadurch verschwinden selbst die letzten wenigen Nahrungsquellen/Lebensräume für die Insekten und nebenbei entstehen dabei auch unnötige Abgase – durch Maschinen, die eigentlich gar nicht fahren müssten.

 

Auch in der Imkerei war in den letzten drei Monaten viel zu tun. Die ersten warmen Tage brachten  reichlich Nektar und Pollen, sodass die Bienenvölker schnell größer wurden. Die sogenannten Honigräume wurden aufgesetzt, um den von den Bienen eingetragenen Nektar zu sammeln. Gleichzeitig begann die Zeit der Schwarmkontrollen, denn in dieser Phase entwickeln viele Völker den natürlichen Drang zur Vermehrung.

Ende Mai konnten wir bereits die erste Honigernte – die sogenannte Frühtracht – einbringen. Der Honig dieser Ernte ist meist besonders mild und blumig im Geschmack, geprägt durch Obstblüten, Raps, Löwenzahn und andere frühe Nektarspender.

(Bienen an unserem Nördlinger Kornblumenfeld)

Derzeit blühen vielerorts noch die Lindenbäume. Sie zählen zu den letzten großen Nektarquellen des Frühsommers und werden von Honigbienen, Hummeln und anderen Bestäubern intensiv genutzt. Doch sobald die Linden verblüht sind, beginnt für viele Insekten eine Zeit der Knappheit. Die großen Massentrachten sind vorbei, und das Nahrungsangebot in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft geht stark zurück. Honigbienen finden dann meist nur noch kleine, verstreute Blüten und sammeln gerade genug, um ihren Eigenbedarf zu decken. Umso wichtiger sind jetzt artenreiche Blühflächen, die auch nach der Lindenblüte vielfältige heimische Pflanzen bieten – und damit eine überlebenswichtige Brücke bis zum Spätsommer schlagen.

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