Blühflächen bereichern unsere Landschaft nicht nur durch ihre Farbenvielfalt, sondern bilden zugleich einen faszinierenden Lebensraum, in dem Pflanzen und Insekten auf vielfältige Weise miteinander kommunizieren. Jede Blüte sendet eine Vielzahl an Signalen aus, die bei der Nahrungssuche helfen und den Weg zu Nektar und Pollen weisen. Farben, Düfte, Blütenformen und sogar elektrische Felder bilden dabei eine Art Sprache, die sich über Millionen von Jahren gemeinsam mit den Insekten entwickelt hat.
Farben spielen in dieser Kommunikation eine zentrale Rolle, wobei sich die Farbwahrnehmung von Insekten deutlich von unserer unterscheidet. Bienen und Hummeln orientieren sich besonders an Blau-, Gelb- und Violetttönen und können zusätzlich ultraviolettes Licht sehen. Viele Blüten besitzen deshalb UV-Muster, die für uns unsichtbar bleiben, für die Insekten jedoch wie natürliche Wegweiser funktionieren und sie gezielt zu Nektar und Pollen führen.
Schmetterlinge werden häufig von kräftigen Rosa-, Rot- oder Violetttönen angezogen, während Schwebfliegen bevorzugt helle, weiße oder gelbe Blüten anfliegen.
Blüten geben zusätzlich Duftstoffe ab, die je nach Pflanzenart unterschiedlich zusammengesetzt sind und bereits aus einiger Entfernung wahrgenommen werden können. Auch die Form einer Blüte liefert wichtige Informationen. Manche Pflanzen bieten ihre Nahrung offen an, andere verbergen sie tief im Blütenkelch oder hinter engen Blütenröhren. So entsteht eine große Vielfalt an Blüten, die von unterschiedlichen Besuchern auf unterschiedliche Weise genutzt werden.
Viele Insekten kombinieren diese Informationen miteinander und lernen, welche Blüten besonders ergiebig sind. Sie merken sich Standorte, Flugrouten und den Zeitpunkt, zu dem bestimmte Pflanzen besonders viel Nektar oder Pollen bereitstellen.
Besonders spannend ist, dass die Kommunikation noch weiter geht. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Blüten über ein schwaches elektrisches Feld verfügen. Wird eine Blüte besucht, verändert sich dieses Feld für kurze Zeit.
Einige Pflanzenarten verändern nach einer erfolgreichen Bestäubung auch ihre Blütenfarbe oder ihren Duft.
Durch diese Signale können nachfolgende Insekten erkennen, dass die Blüte bereits angeflogen wurde und möglicherweise weniger Nektar bereithält und sich der Besuch einer anderen Blüte eher lohnt. Das hilft ihnen, ihre Nahrungssuche effizient zu gestalten und Energie zu sparen.
Dieses fein abgestimmte Zusammenspiel zeigt, wie eng Pflanzen und Insekten miteinander verbunden sind und wie sich beide Seiten im Laufe der Evolution gegenseitig beeinflusst haben.
Je vielfältiger eine Blühfläche ist, desto größer ist auch die Vielfalt an Farben, Düften, Blütenformen und Blühzeiten. Dadurch entstehen unterschiedliche Nahrungsangebote über viele Monate hinweg und ein Lebensraum, der von zahlreichen Insekten genutzt werden kann. Genau darum geht es bei unseren Blühflächen, sie spenden auch noch nach dem Frühjahr Lebensraum und Nahrung für unsere Insekten.
Natternkopf, gelbe Margeriten und Disteln sind wichtige Nahrungslieferanten für Hummeln und wilde Insekten
Vielfältige, Artenreiche Blühfläche, eine wahre Freude.
